Inchanga in the Valley of the Thousand Hills

Inchanga

ist ein afrikanisches Zulu Dorf in der Provinz KwaZulu-Natal mit der Hauptstadt Durban in Südafrika. Dieses kleine Dorf war bis Mitte der 80iger Jahre ein trostloser armseliger Ort . Die Menschen konnten sich nicht richtig ernähren und lebten in heruntergekommenen Hütten unter katastrophalen hygienischen Verhältnissen. Entsprechend schlecht war es um ihre Gesundheit bestellt und die Kindersterblichkeit war hoch. An eine Ausbildung der Jugendlichen oder einen Schulbesuch der Kinder, war nicht zu denken, da weder Geld für die Schuluniform noch Geld für die Schule oder den Schulbusse vorhanden war. Das Tragen einer speziellen Uniform ist in jeder Schule in Südafrika Pflicht und auch für die kleinste arme Schule muss Schulgeld bezahlt werden. Die Arbeitslosigkeit ist in dieser ganzen Gegend extrem hoch.

1985 besuchte Jane Bedford das Tal und Inchanga. Entsetzt von diesem Elend entschloss sie sich zu helfen. Sie brachte den Frauen Glasperlen und ermutigte sie dazu nach alter Tradition der Zulus mit den neuen Perlen Schmuckstücke herzustellen. Sie selbst organisierte den Transport nach Durban und von hier aus die Vermarktung. Perlenschmuck hat bei den Zulus eine jahrhundertealte Tradition und wird von beiden Geschlechtern getragen.

Frauenprojekt ABACUS

Abacus

Die Aktion entwickelte sich zu einem Frauenprojekt ABACUS und zwar so gut, dass es dem ganzen Dorf schon lange relativ gut geht. Der Gesundheitszustand der Einwohner ist wesentlich besser, die Kinder können zur Schule gehen, die Jugendlichen eine Ausbildung machen. Die traditionellen Rundhütten und der ganze Ort sind in bestem Zustand – ein afrikanisches Vorzeige-Dorf! Die Frauen sind stolz und selbstbewusst und zeigen gerne was sie durch ihre Arbeit bewirkt haben und die uralten Traditionen werden gepflegt. Die Bilder zeigen Bongiwe und Tracy bei der Herstellung von Perlenschmuck in Inchanga.

Die Frauen, die den Zulu Schmuck herstellen tun dies nun schon in und / oder mit der zweiten, z.T. schon dritten Generation. Zur Fertigung sitzen sie zusammen am Boden, meist um das Kochfeuer und unterhalten sich über Familien-planung, Frauenrechten, Kindererziehung, Prävention von Aids, und vieles mehr. Den Transport der Schmuckstücke nach Durban und wiederum der neuen Perlen nach Inchanga kann teilweise von den Kindern oder Enkeln übernommen werden, die mit diesen Einnahmen den Führerschein machen konnten.

Der Sitz des Büros und der Werkstatt ist nach wie vor in Durban. ABACUS wurde Mitte 2008 von Hazel und Mike Barlett übernommen. Im Büro arbeiten 4 Frauen, in der Werkstaat drei Zulu Frauen, die im Gegensatz zu den Frauen in Inchanga fest angestellt sind mit einer zusätzlichen Gewinnbeteiligung. Sie stellen hochwertige Glasperlen her, die im Gegensatz stehen zu den fabrikgefertigten Perlen, aus denen oft die Schmuckstücke hergestellt sind, die auf den Touristenmärkten angeboten werden. Sie sind bei der Qualitätskontrolle mitverantwortlich. Um das Angebot zu vergrößern arbeiten sie an neuem Perlenschmuck, passen sie in der Art und den Farben nach der neuen Mode an und stellen Proben von neuem Schmuck und neuen Glasfarben her. Aber der traditionelle Schmuck bleibt natürlich ihr Hauptanliegen.

Der Perlenschmuck wird nur auf individuelle Bestellung gefertigt. Bei Eingang einer Bestellung im Büro in Durban wird sie mit den Perlen und allem notwendigen Material entsprechend weitergeleitet an die 9 Teamleiterinnen und Designerinnen in Inchanga. Sie sind geschult und haben viel Erfahrung, sie instruieren die Frauen im Team und kontrollieren die Qualität bevor die fertigen Teile wieder Inchanga verlassen. Vom Büro in Durban wird ein für jedes Schmuckteil festgelegter Preis direkt auf das Bank Konto der Zulu Frau überwiesen. Insgesamt fertigen in Inchanga 37 Frauen den Perlenschmuck an und jede Frau hat ihr eigenes Konto. Das ist nicht nur in ländlichen Gegenden in Afrika ungewöhnlich aber sehr wichtig. Bei Barbezahlung ist das Geld schnell wieder ausgegeben.

Die Arbeit von zu Hause aus gibt ihnen die Möglichkeit, sich weiter um ihre Kinder zu kümmern, die Hausarbeit, Kochen, ihre Tiere, Gemüsepflanzungen, die Kranken und alten Menschen, die ja mit in der Großfamilie leben, zu versorgen und zu pflegen.

Fair Trade Organisation

Fair Trade

Die Verhandlungen zur Aufnahme in die" Fair Trade Organisation" sind in der Endphase. ABACUS ist seit 2009 Mitglied im "UK Ethical Fashion Forum" (ökologische Nachhaltigkeit), das eng mit der "Swiss Fair Trade" zusammenarbeitet.

Die Menschen hinter dem Projekt

Frauengruppe

Ncamisile, Thembehle und Fortunate arbeiten in der Perlenwerkstatt: Ncamisile Msomi (Ncamisile bedeutet in der Zulu Sprache "zufrieden") lässt sich nach ihrem christlichen Namen Christina nennen. Christina war eins von 12 Kindern und ihre Mutter, die schon 1985 mit Jane Bedford gearbeitet hatte, hat ihr schon in sehr jungem Alter die traditionellen Perlenarbeit eigebracht. 2002 hat Christina ihren Ehemann verloren. Sie hat es mit ihrer Schmuckarbeit geschafft, dass alle ihre 4 Kinder eine gute Schulausbildung bekamen.

Lugani, ihr Sohn, hat erst vor kurzer Zeit sein Matrik (entpricht dem Abitur) gemacht und studiert Informationstechnik. Lugani hat von einem von Christinas Brüdern das traditionelle "Gumboot dancing " gelernt und das Familieneinkommen damit etwas aufgebessert. Inzwischen ist seine Gruppe so gut, dass sie schon in zahlreichen Live-Shows aufgetreten sind und im letzten Jahr bei einem Wettbewerb in Kapstadt den zweiten Preis gewonnen haben.

Pindele, Christinas zweite Tochter, hat die High-School 2009 beendet und macht eine Ausbildung im Bankensektor. Nomfundo, die jüngste Tochter ist im letzten High-School Jahr. Thembehle, die älteste der 3 Töchter, ist Mitte 20 und hat eine Ausbildung im Schmuckbereich gemacht und arbeitet mit Christina zusammen in der Werkstatt. Die beiden jüngeren Töchter sind von ihrer Mutter in der Perlenarbeit trainiert worden und helfen ihr und ihrer Schwester dabei und können so etwas Taschengeld verdienen.

Christinas große Liebe ist ihr Zuhause, das sie mit dem Geld, das sie mit den Perlenarbeiten verdient hat, gebaut und eingerichtet hat. Christina liebt es zu tanzen und liest gerne in der Bibel. Fortunate Nosipiwe Majola (die Glückliche) wird Tholani genannt. Ihre Eltern leben beide von den Perlenarbeit und haben damit 5 Kinder groß gezogen, die alle ihre High-School abgeschlossen haben. Tholani hat in ihrem Elternhaus die Vorteile der Schmuckarbeit gesehen und ist gerne in die Fußstapfen ihrer Eltern getreten. Tholani ist verheiratet und glücklich, dass ihre Mutter am Nachmittag ihren kleinen Sohn nach dem Besuch des Kindergartens betreuen kann. In Inchanga bietet Tholani häufig Workshops/Trainingskurse an, um ihre Fertigkeiten an andere in ihrem Dorf weiterzugeben. Zur Zeit unterstützt sie 3 Familien, damit diese bald von der Schmuckarbeit ihren Lebensunterhalt bestreiten können.

Bestellungen: Bei einer Schmuckbestellung sind die Farbkombinationen und die Farbauswahl fast unbegrenzt. Von der Bestellung über die Fertigung bis zur Lieferung muss mit 2–3 Monaten gerechnet werden.

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